Werte für unsere Kinder. Was im Leben wirklich zählt

Heute habe ich den Kopf voller Gedanken. Mal wieder zum Thema Erziehung in unserer Zeit – in einer Gesellschaft, die voll und ganz konsumorientiert ist. Über Kinderarmut und die Definition davon (man kann das nicht nur am Nettoeinkommen messen und nicht nur daran, was man materiell hat – auch wenn das alarmierend und traurig ist!). „Der Neuigkeitswert dieser Zahlen zur Kinderarmut ist niedrig. Der Nachrichtenwert jedoch alarmierend hoch“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Nur, finde ich, steckt viel mehr dahinter als nur die Zahl der Kinder, die nicht das haben, was andere haben können.
Wir müssen als Gesellschaft wieder verstärkt darüber nachdenken, was Kinder brauchen – sind es materielle Sachen oder sind es Werte (und wenn – welche) und emotionale Zuwendung. Darüber wird viel zu wenig nachgedacht, diskutiert und geschrieben.

Und doch will ich daran glauben, dass sich daran etwas ändert. Dass man nicht über Kinderarmut dann spricht, wenn die Kinder ihre Freunde nicht zu sich nach Hause einladen wollen, weil es bei ihnen zu Hause nicht schön/modern/teuer genug eingerichtet ist. Dass man sich mehr mit dem Thema beschäftigt, wie man den Kindern vermittelt, was im Leben wirklich zählt. Und dass wenn man keine Grundsicherung für Kinder erreicht, dann vielleicht doch das Geld für den Theater- oder Kinobesuch mit Freunden über die Schulen/Gemeinden kommen könnte, damit sich die Kinder nicht ausgeschlossen fühlen.

Ob und wann sich das ändern wird, hängt sehr start von uns Eltern ab. Wir müssen stärker nachdenken, unser Verhalten umstellen, unseren Kindern ein Vorbild sein.

Ich habe heute an einer der AGs in der Schule meiner Tochter teilgenommen. Es geht dabei, um eine Schule, die bewußt auf Religionsunterricht verzichtet, und doch ganz bewußt eine AG anbietet zum Thema – Bibel (aktuell das Alte Testament) und ihren Einfluss auf die Werke der Weltliteratur, – Kunst etc. Kinder lernen dabei nicht nur die Geschichten. Sie lernen es, kritisch darüber nachzudenken, fremde Interpretationen zu bewerten und zu vergleichen, das Gute zu erkennen, aber auch darüber nachzudenken. Das ist schon ein Anfang in die richtige Richtung.

P.S. Und in einem ersten Schritt verarbeiten sie ihre Gedanken in Bildern.

P.P.S. Etwas Interessantes, was ich heute gelernt habe: Louis Armstrong’s Lied „Go Down Moses“ – geschrieben und gedacht für die afro-amerikanischen Sklaven – hat seinen Ursprung in einer der Bibelgeschichten über Moses hat. Viel Spaß beim Hören und Nachlesen!

Severina Kiriakova

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